15
Apr
2011

Bodensee-Region I

Seit drei Tagen haben Wüstenfuchsens ihren Bau behelfsmässig nach Friedrichshafen gelegt. Herr Wüstenfuchs ist tags auf der Aero-Messe, während ich mit beiden Jungs Ausflüge entlang des Sees machen. In der Bodenseeregion hat es für Familien enorm viele Ausflugsziele, von denen ich einige schon seit längeren gerne mit den Kindern besucht hätte. Aber vom Berner Oberland bis hierher ist es einfach zu weit für Tagesausflüge, darum haben wir uns entschieden die Gelegenheit während der Aero-Messe zu nutzen und haben einen grosses Wohnmobil gemietet und übernachten nun seit drei Nächten am Ufer des Sees.
Am Mittwoch statten wir dem "Sealife"-Center in Konstanz einen Besuch ab. Wie alle Sealife-Centers ist auch dieses ganz im Stile der modernen Erlebnispädagogik ausgestattet. Das heisst es zeigt nicht nur Rochen, Haie und Quallen, sondern platziert diese Tiere in Kullissen, die so lebensecht wie möglich sind. Die Kinder fandens toll, ich im Prinzip auch, nur der Abzockteil am Ende dieser Art Freizeit-Entertainment nervt natürlich immer. Ist die letzte Attraktion abgeschritten, öffnen sich die Türen auf einen überquellenden Souveniershop. Die Kunst besteht darin, die Kinder ohne allzu viel Geschrei von beiden Seiten hindurch zu lotsen.

Gestern hatten wir Kontakt der dritten Art:
Affe nimmt Popcorn
Auf dem Affenberg in der Nähe von Salem kann man Berberaffen direkt begegnen und ihnen Popcorn anbieten, dass die Pfleger in grossen Kübeln zu Verfügung stellen. Die Tiere leben auf einem grossen umzäunten Waldstück, durch das ein Rundweg führt. Sitzen die Affen auf dem Geländer des Wegs sitzen darf man sie füttern. Für die Kinder war das ein ganz besonderes Erlebnis, da ihre Menschähnlichkeit so besonders deutlich erlebt werden kann.

Auf dem Gelände gibt es ausserdem 13 Storchenhorste, die im Moment von brütenden Paaren bewohnt werden.
Storchennester Salem

Heute dann begaben wir uns auf eine Reise in die Steinzeit und besuchten das nachgebaute Pfahlbauer-Dorf in Unteruhldingen.
Pfahlbauer Bodensee

Tja, und morgen werden wir noch einen Besuch im Minimundus abstatten und dann der Entertainment-Überdosis ein Ende machen.

12
Apr
2011

Friedrichshafen

Der Wüstenfuchs und sein Rudel sind für die nächsten vier Tage in Friedrichshafen auf der Aero-Messe 2011!

10
Apr
2011

Ameise

In den letzten beiden Tagen ist mir wieder mal vor Augen geführt worden, wie Ameisenhaft wir Menschen doch sind.

Am Freitag Abend waren wir auf der Sternwarte Sirius in Sigriswil und haben in die Entstehungsgeschichte des Universums geschaut. Die kleine Sternwarte liegt auf 1700m ü.M. und nur der Blick mit dem blossen Auge auf Thunersee und Niesen ist extrem schön. Durch das Okular des Teleskops habe ich Dinge gesehen, die ich so sicher auch schon im Fernsehn und in Büchern gesehen habe, aber dennoch ist es anders es mit den "eigenen Augen" zu sehen. Krater auf dem Mond, in deren Mitte ein sogenannter "Zentralberg" steht. Die Spitze des Berges schon im aufgehenden Sonnenlicht. Den Saturn mit seinen Ringen wie aus dem Dunkel des Alls gestanzt. 5 seiner Monde waren als kleine Punkte sichtbar. Ein sterbender Stern mit seinen Gashüllen.... Phantastisch!
Da fühlte ich mich als Ameise, angesichts der Zeit- und Raumdimensionen, die einem da gegenüber stehen.

Das zweite "Ameisen-Erlebnis" war dann gestern hier:
Meiringen Aareschlucht
in der Aareschlucht bei Meiringen. Die Aare hat sich hier in unvorstellbar langer Zeit einen Weg durch den Fels geschnitten. In meiner Lebenszeit wird man wahrscheinlich keine grosse Veränderungen in der Schlucht feststellen und dennoch kann so viel Zeit verstreichen, dass so eine tiefe Schlucht entsteht. Wie unbedeutend kurz erscheint das eigene Leben da!

Und hier noch ein ungewöhnlicher Druchblick in Meiringen:
Meiringen Durchblick

Das Baumhaus nimmt langsam Formen an.

5
Apr
2011

Schuleinschreibung

Seit heute ist Füchschen offiziell in der Schule eingeschrieben. Heute wurden alle Eltern und zukünftigen Erstklässler des Dorfes in die Schule gebeten, um sich den Lehrern vorzustellen und ihre Kontaktdaten einzutragen. Wobei es sich bei letzterem wohl eher um eine Formalität handelt, da durch den Kindergarten diese Infos sowieso schon bei der Schule sind.
9 Kinder und eben so viele Erziehungsberechtigte standen gegen 15.00 im Dorfschulhaus vor dem Zimmer der ersten und zweiten Klasse. Bewaffnet mit dem "Familienbüchlein" (eine Art Familienausweis, in dem alle Namen, Geburtsdaten, etc. vermerkt sind) und umringt von aufgeregt plappernden Kindern, warteten wir auf die Lehrerin und die Schulleiterin. Mit viertelstündiger Verspätung trafen diese ein und eröffneten spielerisch, aber schon sehr schulmässig, die Einschreibung.
Das Klassenzimmer ist kaum grösser als ein Wohnzimmer, da in ihm nur 9 Schüler der ersten und etwa 6 Schüler der zweiten Klasse unterrichtet werden. Als ich vor 34 Jahren in München eingeschult wurde, waren ausser mir noch 39 andere Kinder und deren Eltern anwesend. Ein unüberschaubares "Meer" an Köpfen, ein riesiges Klassenzimmer und ein grosses Schulhaus. Hier im Dorf hat die Schule gerade mal 4 Klassenzimmer, von denen ab dem neuen Schuljahr nur noch drei gebraucht werden, da dann alle Kinder ab der 7ten Klasse nach Interlaken an die Gesamtschule gehen werden. In jedem Klassenzimmer werden zwei Stufen von einem Lehrer unterrichtet. Sprich: drei Lehrer, davon einer Schulleiter. Ist das nicht süss?!
Auf der Terrasse (!) vor dem Schulzimmer stehen ebenfalls Bänke und Tische, so dass sie bei schönem Wetter unter freiem Himmel unterrichten können. ist das Landleben nicht toll? Das grösste an der Schule ist die Turnhalle, die natürlich als grösster Raum im Dorf auch gleichzeitig Gemeindesaal und Veranstaltungsort ist.
Das Tolle ist, dass Füchschen schon alle seine Klassenkameraden kennt und so der Uebergang von Kindergarten zu Schule nicht besonders tragisch ist.
Jetzt bin ich extrem gespannt, was es bedeutet ein Kind im Schulalter zu begleiten, aber nach dem zu urteilen, das ich von anderen Eltern gehört habe, werden wir auf unserer Landschule auch dem Druck des Schulsystems nicht entfliehen können. Ich wünsche mir selber schon jetzt starke Nerven und Durchhaltevermögen und hoffe inständig, dass Füchschen und die Lehrerin das Heu auf der gleichen Bühne haben (um bei einem ländlichen Bild zu bleiben).

4
Apr
2011

Häusle bauen

Vielleicht fangen wir doch bald an?

3
Apr
2011

Sommeranfang

Heute wurde am Thunersee der Sommer offiziell eröffnet:
Kinder am Thunersee

Obwohl das Wetter ja ein leides Thema für einen Blog ist, muss ich doch mal darauf zu sprechen kommen. Jedes Frühjahr, wenn es endlich so warm ist, dass man zum ersten Mal im T-Shirt und nackten Füssen herumlaufen kann, ist es mir, als würde eine Last von meinen Schultern fallen. Als hätte ich die ganze kalte Jahreszeit lang nicht gemerkt, dass ich den Kopf eingezogen und die Hoffnung aufgegeben hatte, das aus meinem Garten wieder eine grüne Oase werden könnte.
Aber gestern und heute habe ich zum ersten Mal wieder dieses lockere Lebensgefühl gehabt. Ich schnippselte ein wenig in meinem Garten herum und hörte dabei die Kinder barfuss und in kurzen Hosen durch die Gassen krakelen. Den Winter muss ich mir immer schön reden, aber den Sommer bzw. seinen Anfang kann ich einfach geniessen.

31
Mrz
2011

Abendflug

Heute mal was anderes! Ein cooles Video von einem fliegenden Freund.

29
Mrz
2011

"Tausche Hund gegen Ferien"

Das ist das Motto nicht etwa eines angepissten Hundehalters, sondern von www.dogchange.ch. Eine ostschweizer Hundehalterin, Karin Koch mit Namen, hat sich die Mühe gemacht und in mühseliger Kleinarbeit eine tolle homepage zusammengestellt.
Initialgedanke der ganzen Sache war, dass es für Hundehalter schwer ist ihren Hund in ein Tierheim zu geben und seelenruhig auf die Malediven zu fliegen und sich zu vergnügen, während Fido daheim in einem Zwinger darbt. (Klar, geht es Fido da schon um Klassen besser als einem Hund, der sein Leben an einer Kette in irgendeinem Gottverlassenen Hinterhof verbringen muss.)
Da es aber, trotz der vielen Hunde in der Schweiz, sehr schwierig ist jemanden zu finden, der den eigenen Hund betreuen würde, ist sie auf die Idee gekommen, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Hundebesitzer mit anderen kurzschliessen können, um eine Art "Tandem" zu kreieren. Jeder hütet den Hund des anderen für eine bestimmte Zeit. Vorher lernen Hund und Meister sich gegenseitig kennen und bei stimmiger Chemie, kann Herrchen oder Frauchen beruhigt in die Ferien fahren.
Eigentlich ist die Situation ein wenig absurd. Z.B. in unserem Dorf gibt es an die 60 Hunde, da sollte man doch meinen, dass man einen findet, mit dem man das Gleiche machen könnte ohne auf eine Internetplattform angewiesen zu sein. Aber da kommt den Schweizern ihre kulturell bedingte Zurückhaltung in die Quere. Einen fremden Hundebesitzer einfach anzuquatschen und mit dieser Idee zu belästigen ist schon so ungehörig, dass das keiner macht. Welch kompliziertes Volk!
Aber Frau Koch scheint da anders zu sein. Ich habe ihr über ihre Kontaktadresse eine Anfrage geschickt, ob es denn auch Mitglieder im Berner Oberland gäbe und schon eine halbe Stunde später hatte ich die sehr sympathische Frau an der Strippe.
Sie erklärte mir, dass sie zu allen von den ca. 100 Beteiligten den persönlichen Kontakt pflege, da es ihr sehr wichtig sei so für die Qualität ihrer Vermittlung zu sorgen. Aber natürlich verlässt sie sich dabei nicht nur auf ihre Sympathie, sondern auf ein ausgeklügeltes System, das sie den "DogSelector" nennt. Dafür benötigt sie von jedem Hund, der vermittelt werden soll genaue Angaben über Rasse bzw. Rassemischung, Alter, Geschlecht, kastriert oder nicht, Verträglichkeit mit Katzen, Wohnsituation, etc. Mit diesem Profil werden dann alle anderen verglichen und auf die Kompabilität überprüft. Am Ende präsentiert sie dem Mitglied eine Liste mit den drei besten Partnern, aus der dann das Mitglied auswählen kann.
Mir gefällt diese Idee gut, denn auch wir konnten uns nicht vorstellen unseren Hund in irgendeine Tierpension zu geben und einen passenden anderen Hundehalter kennen auch wir nicht.
Leider gibts im Moment nicht so viele Beteiligte in der Region, aber Frau Koch versprach die Augen für uns offen zu halten uns sich zu melden, wenn sie eine Anfrage bekäme. Wäre cool, wenn wir dieses Jahr zum Tauchen gehen könnten und Felix auch spannende Ferien hätte!
Wüstenfuchs

Berner Platte und Chuchichäschtli

Die Schweiz, ihre Klischees, ihre Kultur und Politik durch die Augen einer Deutschen gesehen.

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